Für eine saubere Zukunft: Immer effizienter dank moderner Technik und modernen Treibstoffen

Kaum eine Branche widmet dem Thema Energieeffizienz so viel Aufmerksamkeit, wie die Autobranche. Mit Erfolg: Bei Dieselfahrzeugen ist der Treibstoffverbrauch von 1998 bis 2018 um 25 Prozent zurückgegangen, bei Personenwagen mit Benzinmotor sogar um knapp 30 Prozent. Und das obwohl unsere Autos in dieser Zeit komfortabler, sicherer und leistungsstärker geworden sind.
 

Im Durchschnitt kommt ein neues Dieselfahrzeug im Jahr 2018 mit 5,43 Litern 100 Kilometer weit, ein Benziner benötigt für dieselbe Strecke 6,2 Liter Treibstoff.

Dass der durchschnittliche Treibstoffverbrauch abnimmt, ist auch das Verdienst der Käuferinnen und Käufer von neuen Autos. Mehr als die Hälfte von ihnen entscheiden sich für ein Fahrzeug der Energieeffizienz-Kategorien A oder B. Der Neuwagenkauf ist eine der wichtigsten Entscheidungen eines Haushalts bei der Frage, was er für die Umwelt tun möchte.

Allerdings können auch Besitzerinnen und Besitzer von älteren Autos mit dem AutoEnergieCheck zum Energiesparen beitragen.


Immer effizienter unterwegs dank neuer Ideen

Aber auch die Automobilingenieure nehmen ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt und die Kundenbedürfnisse ernst: In den Laboren und auf den Prüfständen und Teststrecken der Autobauer werden immer neue Mittel und Methoden ertüftelt, die den Treibstoffverbrauch vermindern sollen.

So lassen sich einige Fahrzeuge zum Beispiel im «Segelmodus» bewegen, bei dem der Motor bei voller Fahrt ausschaltet ist. Dies, nachdem Tests gezeigt hatten, dass in etwa 30 Prozent aller Fahrzeiten die Motorenkraft gar nicht benötigt wird.

Benzinmotoren erreichen einen thermischen Wirkungsgrad von rund 25 Prozent. Ein Elektromotor erreicht einen Wirkungsgrad von gegen 80 Prozent. Zahlreiche Automobilhersteller vereinen das Beste aus diesen zwei Welten – das rasche und komfortable Tanken eines Verbrennungsmotors und die Effizienz eines Elektromotors – indem sie Hybrid-Fahrzeuge entwickelt haben. Mit der Hybridisierung des Verbrennungsmotors kann ein hoher thermischer Wirkungsgrad von über 40 Prozent erreicht werden.

Mit dem Treibstoffverbrauch haben sich auch die CO2-Emissionen neuer Autos verringert: um 21,3 Prozent zwischen 2008 und 2018. Der durchschnittliche Ausstoss betrug im Jahr 2018 noch 137,8 Gramm CO2 pro Kilometer. Die durchschnittliche jährliche Absenkrate im Zeitraum 2008 bis 2018 liegt bei 2,6 Prozent. Das ist ein Fortschritt, doch es genügt nicht, um die ambitionierten CO2-Ziele des Bundes zu erreichen: Der Zielwert für 2020 beträgt noch 95 Gramm CO2/km.

Allerdings ist die Sache nicht so einfach: Zwar stösst das einzelne Auto immer weniger CO2 aus. Weil aber die Bevölkerung wächst und immer mehr Menschen unterwegs sind, steigt der Gesamt-Energieverbrauch nach wie vor an – weltweit und in der Schweiz. Gemäss Bundesamr für Statistik lagen die CO2-Emissionen aus Treibstoffen (Benzin und Diesel) in der Schweiz im Jahr 2018 um 3,3 Prozent über dem Wert von 1990.

Hinzu kommt, dass die Vorliebe der Schweizerinnen und Schweizer für grössere und damit schwerere Autos ungebrochen ist. Zudem werden die Autos wegen mehr Komfort- und Sicherheitsausstattung immer schwerer. Das Leergewicht der Neuwagen lag 2018 bei rund 1680 Kilogramm (2008: 1473 kg). Dieser Gewichtsanstieg kompensiert einen Teil der technischen Effizienzverbesserungen, denn pro 100 kg Zusatzgewicht verbraucht ein Personenwagen rund 0.4 Liter mehr Treibstoff. Für Hersteller, Importeure und Händler ist das gleichsam eine Quadratur des Kreises: Die hohe Kaufkraft und die Topografie führen dazu, dass in der Schweiz fast 50 Prozent der Personenwagen mit Allradantrieb ausgestattet und relativ stark motorisiert sind. Gleichzeitig sinken die Emissionsgrenzwerte.


Dauer-Brennpunkt Energieverbrauch

Der Energieverbrauch ist Dauerthema der politischen Debatte. Hauptgrund dafür sind die beschränkten Ressourcen nicht erneuerbarer Energie und die Klimaerwärmung. Letztere wird durch den CO2-Ausstoss mitverursacht. Eine wichtige Rolle in den Bemühungen um Energieeffizienz spielt die steigende weltweite Nachfrage nach Energie.

Die Internationale Energieagentur (International Energy Agency) hat für den weltweiten Energieverbrauch nach seinem realistischen "New Policies Scenario" folgende Prognose gemacht:

  • Bis 2040 nimmt der Verbrauch von fossiler Energie (Erdöl, Erdgas, Kohle etc.) um 16 Prozent zu
  • Bis 2040 nimmt der CO2-Ausstoss um zehn Prozent zu
 

Energie sparen: Der Verkehr ist entscheidend

Die Elektromobilität soll in Zukunft den Verbrennungsmotor ablösen und die CO2-Emissionen im motorisierten Individualverkehr drastisch reduzieren. Die «Roadmap Elektromobilität» zielt darauf ab, den Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen von Personenwagen in der Schweiz bis 2022 auf 15 Prozent zu erhöhen.

Schon heute haben rein elektrisch betriebene Fahrzeuge (BEV) ihren festen Platz in der Palette der Automobilhersteller. Aber der Verbrennungsmotor wird auch in Zukunft der mit Abstand häufigste Antrieb von Autos sein. Unterstützt wird er dabei immer häufiger von einem Elektromotor (Hybrid). EnergieSchweiz rechnet in seiner Programmstrategie 2021 bis 2030 damit, dass im Jahr 2030 der Anteil der Elektrofahrzeuge (BEV und Plug-in-Hybrid) bei den Neuwagen 38 Prozent beträgt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch 2030 noch 62 Prozent aller in der Schweiz immatrikulierten Neuwagen vorwiegend von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden.

«Bezüglich CO2-Bilanz ist nicht das Antriebskonzept entscheidend, sondern die genutzte Energie», sagt Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme bei der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt Empa und einer der gefragtesten Experten in Bezug auf nachhaltige Mobilität. Bach sieht in der Power-to-Gas-Technologie einen vielversprechenden Lösungsansatz, um in Zukunft überschüssige erneuerbare Energie zu nutzen, um synthetische Treibstoffe herzustellen. Diese können konventionelle Motoren praktisch klimaneutral antreiben.
Die Schweiz, die für 0,1 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, will diese Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 50 Prozent senken. Zur Erreichung dieses Ziels können und müssen sämtliche Antriebstechnologien ihren Beitrag leisten. Das sind Elektromobilität, CNG (Erdgas und Biogas), Wasserstoff, Hybrid und Plug-in-Hybrid, aber auch mittel- bis längerfristig der Benzin- und der Dieselmotor.


Weitere Informationen und Videos

Bosch Studie: Klimaneutrale Autos mit synthetischen Kraftstoffen


 


Wie funktioniert ein Elektroauto? Tesla Model S.

 


Wie funktioniert Power-to-Gas?


 


Technik erklärt: Plug-in-Hybrid

 


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