Zehn Prozent aller Partikelfilter sind möglicherweise defekt

4. Juli 2018 agvs-upsa.ch – 1090 Dieselfahrzeuge wurden durch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich während der MFK auf ihren Partikelausstoss getestet. Bei den als besonders relevant eingestuften Fahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 5a haben die Messungen ergeben, dass rund zehn Prozent mit einem defekten Partikelfilter unterwegs sind. Das erhöht den Druck auf die Wiedereinführung eines Abgastest-Obligatoriums.
 
kro. Der Diesel kommt nicht zur Ruhe: Wurde vergangene Woche in Deutschland bekannt, dass die Zulassungs- und Verkaufszahlen erstmals seit Monaten wieder steigen, kommt jetzt in der Schweiz ans Tageslicht: Bei zehn Prozent der mit einem Partikelfilter ausgerüsteten Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5a und dem Zulassungsjahr 2011 stellten die Experten vom Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) fest, dass der Dieselpartikelfilter ausgefallen war. Pikantes Detail: Die OBD hatte diese Mängel nicht angezeigt.
 
Im Rahmen seiner Untersuchung überprüfte das Awel insgesamt 1090 Dieselfahrzeuge. Als statistisch repräsentative Gruppe wählte es die oben erwähnten Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5a und Erstzulassung im Jahr 2011 aus. Diese Gruppe umfasste 159 Wagen, von denen 16 einen defekten Partikelfilter aufwiesen. Schweizweit sind gegen 600'000 Fahrzeuge mit dieser Abgasnorm registriert.
 
1000-mal mehr Partikel
Jedes Fahrzeug mit einem defekten Partikelfilter ist eines zu viel – insbesondere, wenn man bedenkt, dass ein einziges Fahrzeug mit vollständig defektem Filter laut Fachleuten so viel emittieren kann wie 1000 Fahrzeuge mit funktionierendem Filter.

Die Ergebnisse des Tests sind Wasser auf die Mühle von Tiana Moser. Die grünliberale Nationalrätin hat im vergangenen Jahr eine Motion eingereicht, die die Wiedereinführung eines Abgastest-Obligatoriums fordert. Der Vorstoss ist im Parlament hängig, der Bundesrat hat sich aber negativ dazu geäussert.

Innerhalb der Autobranche sind die Meinungen geteilt: Während Auto-Schweiz, die Vereinigung der Automobilimporteure, auf der Spur des Bundesrats fährt, begrüsst der AGVS die Motion. Bei seiner Unterstützung geht es dem AGVS auch darum, den Ruf der Autobranche und damit des Autogewerbes zu schützen.

Der Garagist kann erste Rückschlüsse ziehen
Für eine Überprüfung der Diesel-Partikelfilter von Personenwagen stehen den AGVS-Garagisten derzeit in erster Linie Diagnosegeräte zur Verfügung, mit denen sich die Signale der vor und nach dem Partikelfilter verbauten Druck- und Temperatursensoren auswerten lassen. Diese Informationen lassen zumindest erste Rückschlüsse auf den Partikelfilterzustand zu. «Um den effektiven Reinigungsgrad und damit die Menge an über den Auspuff ausgestossenen Feinpartikeln feststellen zu können, wären zusätzliche Messgeräte notwendig», sagt Markus Peter, Leiter Technik & Umwelt beim AGVS. Bei einer Annahme der Motion Moser und einer Einführung einer Abgaswartungspflicht müssten entsprechende Messverfahren und Anforderungen an solche Messgeräte definiert werden.
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