«Die Ärzte müssen mein Blut reparieren – wie ich Autos»

14. Dezember 2018 agvs-upsa.ch – Ein junger Urner Automobildiagnostiker erkrankte an Leukämie. Nach zwei Chemotherapien wurde eine Blutstammzellspende notwendig. Zum Glück kam seine Schwester als Spenderin in Frage. Der Familienvater erklärt, warum Solidarität wichtig ist und wie ein Eintrag ins Blutstammzellregister Leben verändern kann.

tki. Daniel Gisler ist 31 Jahre alt, wohnt und wirkt als gelernter und passionierter Automobildiagnostiker im Urnerland. Ein einschneidendes Ereignis stellte das Leben des jungen Mannes grundlegend auf den Kopf: «Im Herbst 2014 wurde bei mir eine Chronisch Lymphatische Leukämie diagnostiziert», so Gisler. «Nachdem ich jetzt schon die zweite Chemotherapie durchmachen musste und nun eine Blutstammzellen-Transplantation durchgeführt wird, möchte ich auf diesem Weg meine Geschichte anderen Betroffenen zugänglich machen», erklärt er, weshalb er seinen Krankheitsverlauf in einem dem Blog von Blutspende SRK Schweiz öffentlich macht. 

Denn jeden Tag erkranken in der Schweiz Kinder und Erwachsene an Leukämie oder anderen lebensbedrohlichen Krankheiten des Blutes. Oft ist eine Blutstammzelltransplantation die einzige Hoffnung auf Heilung. «Eine solche Transplantation gelingt nur, wenn die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglichst identisch sind», erklärt Jacqueline Forster-Zigerli, PR-Redaktorin bei Blutspende SRK Schweiz. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, wie sie sich registrieren lassen, und damit vielleicht eines Tages Leben retten können.


  
Milliarden an Möglichkeiten, kaum ein Spender
Damit eine Blutstammzell-Transplantation erfolgreich ist, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient möglichst identisch sein. Das ist selten, da es Milliarden verschiedener Merkmalskombinationen gibt. «Vielleicht passen aber gerade Sie mit Ihren einzigartigen Gewebemerkmalen zu einem schwer kranken Menschen. Je mehr Menschen registriert sind, desto vielfältiger wird das Register und desto höher die Chance, für Betroffene eine passende Spende zu finden», appelliert der junge Urner an ein humanitäres Engagement.
 
Das Warten hat diesen Sommer ein Ende
Daniel Gisler hatte Glück: seinen «Perfect Match» fand er innerhalb der Familie – seine Schwester kam als Spenderin in Frage. Sehr oft passt aber niemand von der Familie und eine sogenannte Fremdspende ist nötig. Eine tolle Nachricht, die aber die Familie  für längere Zeit trennte, da die Transplantation am Unispital Basel durchgeführt wurde.

«Es ist sehr schwer, den Kindern zu erklären, warum der ‹Dädi› jetzt lange im Spital sein wird, und sie so gut es geht darauf vorzubereiten. Ich erklärte unserem Sohn, dass bei mir das Blut kaputt sei und die Ärzte mich reparieren müssen. Wie ich selber Autos repariere. So wurde es im doch eher verständlich.»


Daniel Gisler bring in seinem Blog seinen Optimismus zum Ausdruck: «Ich sehe es als Privileg, so viel Zeit mit meinen Kinder erleben zu dürfen. Es hilft uns allen, das Vergangene zu verarbeiten und nach vorne zu schauen. Zudem habe ich festgestellt, dass ich sogar Backen kann. Die Kinder haben auch sehr viel Freude daran, zu helfen.»
 

Es bleibt zu hoffen, dass der Urner bald wieder seinem Handwerk nachgehen kann. «Wir hoffen nun alle, dass es so weiterläuft und dass sich meine roten Blutkörperchen und auch meine Energie wieder erholen. Aber wir sind sehr glücklich über den bisherigen Verlauf der ganzen Behandlung», zeigt er sich optimistisch.

 

Aktiv werden
Die Blutspende SRK Schweiz – eine «Tochter» des Schweizerischen Roten Kreuzes – verwaltet in Bern das Schweizer Register für Blutstammzellspender. Auf der Webseite www.blutspende.ch  finden sich weitere Informationen.
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