Betriebswirt/-in – eine Ausbildung auf hohem Niveau

Neuer Präsident der Kommission HFP

Betriebswirt/-in – eine Ausbildung auf hohem Niveau

25. Januar 2022 agvs-upsa.ch – Sieben Jahre gehörte Martin Bächtold dem Expertengremium für die Ausbildung zum/-r diplomierte/-r Betriebswirt/-in an, jetzt übernimmt er das Zepter als Präsident der Kommission Höhere Fachprüfung (HFP). 

Noch bis zur Jahrtausendwende lief das Garagengeschäft wie geschmiert. «Man verdiente das Geld wesentlich einfacher als das heute der Fall ist, weil der Markt ein anderer war», sagt Martin Bächtold. Auch die Führung erfordere heute mehr Kompetenzen. «Als die Ausbildung vor rund 30 Jahren Meisterprüfung hiess, ging es vorwiegend um technologisches Wissen. Heute sind neun verschiedene Module zu bestehen.» Ob Recht, Betriebswirtschaft oder Marketing, die Ausbildung zum/-r diplomierten Betriebswirt/-in ist anspruchsvoll und geht weit über die Kenntnisse rund um das Auto hinaus. «Die jungen Menschen nehmen Geld in die Hand und investieren Zeit für den Traum, eines Tages eine Garage zu übernehmen. Es ist unsere Pflicht, ihnen eine Ausbildung auf hohem Niveau anzubieten, die sie dazu befähigt», sagt der Präsident der Kommission Höhere Fachprüfung (HFP). Dazu gehört auch, dass der Lernstoff stets an die neuen Gegebenheiten in der dynamischen Automobilbranche angepasst wird. 

Bächtold liefert dazu ein Beispiel: «Aktuell sind Agenturverträge und neue Distributionsformen ein Thema.» In wenigen Jahren wird es normal sein, dass Hersteller direkt an den Kunden verkaufen. Die Frage wird dann sein, wo sich der Garagist mit seinen Dienstleistungen positioniert und wem letztendlich die Kundendaten gehören. «Die Ablieferprovision soll sich danach richten, wann der Garagist im Kaufprozess ins Spiel kommt. Liefert er nur das online gekaufte Fahrzeug aus oder ist er in die Beratung und Testfahrten involviert, wird entscheidend sein für die Höhe seiner Provision.» Das sind Themen, die mittelfristig in die Ausbildung und die Prüfung gehören. Gleich bleiben wird der strenge Prüfungsablauf. Die Studenten und Studentinnen müssen während der Ausbildung jedes Modul einzeln bestehen, um zur Schlussprüfung zugelassen zu werden. Diese dauert eine Woche. Neben der schriftlichen Prüfung gibt es auch verschiedene Rollenspiele, bei denen sich die Absolventen und Absolventinnen in verschiedenen Situationen beweisen muss. Die grösste Herausforderung ist das Lösen einer Fallstudie in fünfeinhalb Stunden. «Unsere Kunst ist es, die jungen Talente zu erkennen, die meistens noch wenig Praxiserfahrung mitbringen.» Dazu brauche es ein faires Expertenteam, das für eine solche Beurteilung in der Lage ist. 

Eine weitere Herausforderung sieht Martin Bächtold mit dem Ausbildungsangebot in der Romandie. «Wir haben soeben in Lausanne mit dem ‘Institut 7act Benson’ einen Schulungsdienstleister gefunden, mit dem wir die Ausbildung neu aufgleisen können.» Die Standortfrage ist wichtig, um den Anfahrtsweg für alle Interessierten aus der ganzen Westschweiz attraktiv zu halten. Die langfristige Vision ist es, den Lehrgang später mit dem neuen Anbieter, aber in den neuen Räumlichkeiten der AGVS-Sektion Waadt in Yverdon anzubieten. Dieser Standort ist noch im Bau. «Ich freue mich auf all diese spannenden Aufgaben», sagt Bächtold. Seit zwölf Jahren führt er seine Beratungsfirma für Garagisten, die Automotive Business Solutions GmbH. Zuvor sammelte er zehn Jahre bei einem Importeur Erfahrungen und war Geschäftsführer einer Grossgarage.

Foto: Automotive Business Solutions GmbH.
 
Zukünftige Betriebswirtinnen und Betriebswirte im Automobilgewerbe sind geborene Unternehmer/-innen. Informationen zur Ausbildung, die berufsbegleitend ist und vier Semester dauert, gibt es hier.
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