Dieser Robotik-Spezialist denkt auch an die Garagisten

Ehemaliger Automobil-Mechatroniker

Dieser Robotik-Spezialist denkt auch an die Garagisten

26. Januar 2022 agvs-upsa.ch – Zwischen 300’000 und 400’000 Motorfahrzeugschäden werden der Axa jährlich gemeldet. Um den zeitlichen und administrativen Aufwand zu minimieren, setzen Roger Heiz und sein Team auf automatisierte Prozesse. Dabei hilft ihm seine Vergangenheit in der Garagenwerkstatt.

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Seine Faszination für Autos ist ungebrochen: Roger Heiz repariert seinen Oldtimer nach wie vor selbst. Fotos: AGVS-Medien

mig. Während seiner Berufslehre zum Automobil-Mechatroniker dokumentierte Roger Heiz auf der Auftragskarte, wie viel Zeit die Service- und Reparaturarbeiten in Anspruch nahmen. Heute ist sein Berufsalltag bei der Axa Versicherung papierlos. Als Leiter des Robotics-Teams innerhalb der Schadensversicherungsabteilung lädt er jeweils zur morgendlichen Sitzung.  Es wird besprochen, wer für welchen digitalen Prozess die Tagesverantwortung hat und welche Abläufe neu automatisiert werden können.  

Bei diesen Prozessen ist der Garagist nicht direkt involviert. Er spürt sie insofern, dass zum Beispiel die Reparaturrechnungen schneller bezahlt werden. Heiz erklärt: «Unser Roboter unterstützt den Sachbearbeiter, damit dieser sich nicht mehr durch das gesamte System klicken muss.» In Zahlen exemplarisch ausgedrückt: Wo früher 30 Klicks notwendig waren, benötigt es heute nur noch drei. Die Zahlungsbestätigung wird beispielsweise automatisch versandt. «All diese Faktoren führen zu verkürzten und effizienteren Abläufen.» Der Roboter nimmt den Sachbearbeitenden dabei keine Arbeit weg, sondern unterstützt sie. 

Von Autos ist Roger Heiz seit klein auf begeistert. «Ich kann die Finger nicht von ihnen lassen», sagt der 32-Jährige, der die Reparaturen an seinem VW Golf Cabriolet selbst vornimmt. Bereits während seiner Berufslehre und auch in den Jahren danach hat er die Fortschritte innerhalb der Automobilbranche gespannt mitverfolgt. Er war gleichermassen begeistert von den ersten Einparkhilfen wie von den aktuellen Elektroautos auf dem Markt. «Diese neuen technologischen Möglichkeiten sind faszinierend», so Heiz, bei dem sich diese Aussage nicht nur aufs Auto beschränkt.

Für die Informatik hat er sich seit jeher interessiert und sich mittels Youtube-Tutorials selbst erstes Programmierwissen angeeignet. Sein Werdegang und seine Interessen führten ihn zur Axa, wo er in der Abteilung für Motorfahrzeugschäden seine Karriere startete und vor vier Jahren ins Robotics-Projektteam geholt wurde. «Ich konnte gerade in der Startphase mein Fachwissen als Automobil-Mechatroniker ideal einbringen und meine Programmier- sowie Prozessanalysenkenntnisse erweitern.» 

Die Garagisten ihrerseits haben ihre Arbeitsabläufe schon seit geraumer Zeit dem digitalen Fortschritt angepasst, um bei einem Schadenfall den administrativen Aufwand schneller und effizienter bewältigen zu können. So können sie für die Kunden und Versicherer wie die Axa rasch eine digitale Dokumentation erstellen, die den Zustand des Fahrzeugs und auch eine Kalkulation des Schadens umfasst. Je aussagekräftiger dabei die Schadenfotos sind, desto schneller gehen Beurteilung, Schadenabwicklung und Auszahlung vonstatten. 

Wenn sich Heiz an seine Zeit in der Werkstatt erinnert, dann sieht er nicht nur die Auftragskarte vor seinem geistigen Auge, sondern auch das für Teilebestellungen benutzte Faxgerät. «Ich empfehle, mutig zu sein, und bestehende analoge Prozesse zu hinterfragen», so Heiz. Manch ein Garagist, der die Veränderung derzeit noch kritisch betrachtet, werde überrascht sein, welche Vorteile digitalisierte Abläufe mit sich bringen.
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