Deutschland verlängert Prämie für E-Autos

18. November 2020 agvs-upsa.ch – Verlängerte E-Auto-Prämie, Abwrackprämie für LKW und mehr Ladesäulen: Die deutsche Bundesregierung unterstützt die Autoindustrie mit weiteren drei Milliarden Euro.


Quelle: BMW

abi. Am Dienstagabend traf sich die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel mit Vertretern der Autoindustrie, Landespolitikern und Gewerkschaftern zum sogenannten «Autogipfel» - aufgrund der Corona-Pandemie allerdings nur virtuell. Vor allem einer der Beschlüsse könnte auch Auswirkungen auf die Schweizer Garagisten haben: die Verlängerung der bestehenden Kaufprämie für Elektroautos.

Damit mehr E-Autos auf die Strassen kommen, hat Deutschland die bestehende Kaufprämie (Umweltbonus) für E-Auto-Käufer im Rahmen des Corona-Konjunkturprogramms um die sogenannte «Innovationsprämie» erhöht. Mit ihr können Käufer einen Zuschuss von bis zu 9000 Euro erhalten. Die Prämie sollte ursprünglich Ende 2021 auslaufen, wurde nun aber bis Ende 2025 verlängert. Dafür will der Bund eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Neben der Verlängerung wurde die Prämie bezüglich Hybride angepasst. Bislang wurden sowohl reine E-Autos als auch Plug-in-Hybride gefördert. Ab 2022 erhalten Hybride neu nur noch dann einen Zuschuss, wenn sie eine Mindestreichweite von 60 Kilometern haben. Ab 2025 muss die Reichweite sogar mindestens 80 Kilometer betragen. Der Hintergrund: Umweltschützer sehen Hybride kritisch, da diese oft vor allem als Verbrenner gefahren werden, schreibt die Nachrichtenagentur DPA.

Ein weiteres Thema am Autogipfel war der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Dazu soll mehr Schnelllade-Infrastruktur an Tankstellen entstehen. Das Ziel der Bundesregierung: Bis Ende 2022 sind mindestens 25 Prozent der Tankstellen damit ausgerüstet, bis Ende 2024 mindestens 50 Prozent und bis Ende 2026 mindestens 75 Prozent. Im Beschlusspapier heisst es, man wolle mit der Branche über eine Selbstverpflichtung reden und bis Ende 2022 Fördergelder zahlen. Gehe es nicht schnell, dann werde man es per Gesetz regeln. Heute gibt es laut Energieverband BDEW gut 33'000 öffentliche Ladepunkte, das Ziel sind 72'000. 

Ausserdem schafft die Bundesregierung mit einer LKW-Abwrackprämie Anreize, um alte Nutzfahrzeuge von der Strasse zu holen und den Verkauf von neuen Modellen anzukurbeln. Auch hier geht es um eine Milliarde Euro. Diese wird in zwei Hälften aufgeteilt: 500 Millionen Euro gehen an Unternehmen, die Nutzfahrzeuge der Abgasnormen Euro 3, 4 und 5 gegen solche der neuen Norm Euro 6 eintauschen. Die anderen 500 Millionen Euro fliessen in die öffentliche Beschaffung, beispielsweise für den Austausch aller Feuerwehrfahrzeuge.

Laut DPA kommen diese Pläne bei Umweltschützern nicht gut an, weil sie auch Diesel fördern. Auch das Umweltbundesamt kritisiert den Vorschlag, der dem Klimaschutz sogar schaden könne. Denn wer jetzt einen neuen Diesel-LKW kaufe, steige nicht kurz darauf auf einen Elektro-LKW um.
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