Aussteller zeigen Verständnis nach Absage

30. Juni 2020 agvs-upsa.ch – «Ein richtiger Entscheid»: Die AGVS-Medien haben sich nach der Absage der GIMS 2021 bei Ausstellern umgehört. Diese zeigen Verständnis und überlegen nun, wie sie ihre Neuheiten dennoch präsentieren können.



cst/abi. Für Südo-Geschäftsführer Georg Huber ist klar: «Die Absage ist richtig!» Er denkt dabei auch an die gesundheitliche Situation. «Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden», gibt er zu bedenken und betont die Unsicherheit, ob eine Veranstaltung mit über 600'000 Besuchern und 10'000 Journalisten im kommenden Frühjahr überhaupt durchführbar ist. 

Markus Brunner, Country Manager Switzerland von Apollo Vredestein, teilt diese Ansicht: «Falls die GIMS hätte durchgeführt werden können, bleibt noch immer die Frage, ob überhaupt Besucher gekommen wären», sagt er. Auch er ist der Meinung, die Verantwortlichen hätten richtig entschieden – besonders, nachdem in der Umfrage über 70 Prozent der Aussteller signalisiert hätten, dass sie wohl nicht nach Genf kommen würden. 

Dies bestätigt Reto Wandfluh, Geschäftsführer von Yokohama Schweiz: «Die Hersteller haben momentan andere Sorgen.» Für ihn war die Absage daher auch nicht überraschend. Yokohama hätte gerne im kommenden Jahr in Genf ausgestellt. «Gerade auch, weil wir in Europa vielleicht nicht so bekannt sind wie andere Marken.» Der japanische Reifenhersteller will nun prüfen, wie er vorgehen soll und welche Plattformen er nutzen wird, um seine Produkte zu präsentieren.

Apollo Vredestein hätte im kommenden Jahr ebenfalls in Genf ausgestellt, wie Markus Brunner sagt. «Nun müssen wir schauen, wie wir mit unseren Produkten an die Kunden und die Presse gelangen können.» Ein Beispiel ist die frisch lancierte virtuelle Hall of Fame des Reifenherstellers, in der neue Produkte vorgestellt werden. «Ich glaube aber, dass es in Zukunft eine Kombination aus physischer und virtueller Präsenz braucht.» Für ihn ist beispielsweise denkbar, dass eine Medienkonferenz in Genf künftig vor Ort und gleichzeitig virtuell abgehalten wird.

Auch Georg Huber ist der Ansicht, dass es neben der Messe noch andere Möglichkeiten gebe, um die Kunden zu erreichen. «Messen sind teuer. Nach der Absage können wir dieses Geld nun in andere Marketingmassnahmen investieren.»

Bezüglich Zukunft rät Markus Brunner den Organisatoren, den Ausstellern weiter den Puls zu fühlen. Eine Frage sei, wie viele Mittel den Herstellern und Ausstellern künftig noch zur Verfügung stehen. «Sie müssen ihr Geld effizient einsetzen. Die wenigsten können es sich wohl leisten, an mehreren Messen pro Jahr präsent zu sein», gibt er zu bedenken. Allenfalls müsse man die Strategie anpassen und beispielsweise künftig alternierend mit anderen Messen stattfinden.

Die Hostettler Autotechnik und die Swiss Automotive Group haben sich von der GIMS losgelöst und veranstalten inzwischen eigene Hausmessen. Das sagen sie zum GIMS-Entscheid:
 
Nicht überrascht über die Absage ist Marcel Stocker, Leiter Automotive bei der Hostettler Autotechnik AG. «Wir haben es kommen sehen. Für die Schweizer Autobranche ist es ein Verlust. Ein solcher Event hätte der Branche gutgetan.» Dies insbesondere, weil die Folgen der Corona-Pandemie noch länger spürbar sein werden. «Dass der Auto-Salon 2021 nicht stattfindet, ist sehr schade. Wir können den Entscheid der Organisatoren jedoch voll und ganz verstehen.» Was bedeutet die Absage für die eigene Fachveranstaltung «Autotechnik Days», die im Februar dieses Jahres zum ersten Mal durchgeführt wurde? «Wir stehen sicher auf der Agenda der Garagisten. Die erste Ausgabe war ein voller Erfolg und die Rückmeldungen waren sehr positiv. Möglicherweise werden wir zusätzlich profitieren können, auch wenn wir keine Alternative für Genf ohne Halle 7 darstellen», so Stocker. Das Konzept umstellen und vergrössern wird Hostettler nicht. Der Platz in der Messe Luzern ist beschränkt, das Datum ebenfalls bereits bestimmt. «Wir haben bereits vor der Absage entschieden, dass wir die Fachmesse um einen Tag verlängern und uns für weitere Unternehmen aus der Autobranche öffnen werden.» Die Weichen für die «Autotechnik Days» 2021 vom 18. bis 20. März wurden mit dem Kick-off im Juni bereits gelegt.
Sébastien Moix, Marketingdirektor der Swiss Automotive Group (SAG), ist Teil des Komitees, das gemeinsam mit dem Rat der Stiftung «Salon International de l'Automobile» beschlossen hat, dass die GIMS 2021 abgesagt wird. «Wir wussten bereits früh, dass die meisten Automobil-Importeure im nächsten Jahr nicht teilnehmen werden. Den Entscheid sahen wir kommen», erklärt Moix. Überrascht sei er gewesen, wie klar dieser zustande gekommen ist. Er glaubt nicht, dass sich die Absage des Auto-Salons auf die von der SAG organisierte Fachmesse Swiss Automotive Show (SAS) auswirken wird. «Es sind zwei völlig unterschiedliche Events: Die GIMS wird von Endkunden beziehungsweise Menschen besucht, die eine grosse Leidenschaft fürs Auto haben. Die SAS hingegen richtet sich ausschliesslich an ein Fachpublikum wie Garagisten, Mechaniker oder Carrossiers.» Das Konzept wird dementsprechend auch nicht angepasst. «Für 2021 planen wir die SAS wieder im Forum Fribourg, die das letzte Jahr auf grossen Zuspruch gestossen ist.» Coronabedingt wird die diesjährige Ausgabe der SAS auf digitalem Weg stattfinden: Vom 3. bis 25. September wird sich das Fachpublikum mit einem Klick über Produkteneuheiten informieren können.
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